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Gütesiegel für sicheres Rechenzentrum
Geschrieben von Detlev Spierling    Montag, 17. November 2008
Für Unternehmen, die geschäftskritische Anwendungen komplett an einen Outsourcing-Partner wie ein externes Rechenzentrum auslagern wollen, ist das erste deutsche Qualitätszertifikat für Datenzentren des eco – Verbandes der deutschen Internetwirtschaft e.V. eine wichtige Orientierungshilfe. Im Rahmen des Datacenter Star Audits werden die Produkte und Leistungen der Rechenzentren objektiv geprüft und beurteilt. Zu den zertifizierten Anbietern gehört seit kurzem auch das neue „grüne“ Rechenzentrum von Host Europe in Köln, das sich jetzt mit fünf „DC Stars“ schmücken darf.

verkabelung Ausfallsichere IT-Systeme bilden heute das technische Standbein für (fast) alle modernen Geschäftsprozesse. Eine möglichst hohe Sicherheit und Verfügbarkeit geschäftskritischer Informationen und Anwendungen ist daher sowohl für Unternehmen wie auch für deren Outsourcing-Partner von elementarer Bedeutung. Denn Ausfälle können für beide Seiten schnell existenzbedrohend werden.

Aber welche Qualitätskriterien gibt es für die Auswahl eines geeigneten Outsourcing-Partners beziehungsweise Datacenter-Dienstleisters? Diese Frage beantwortet der Verband der deutschen Internetwirtschaft – eco e.V. mit dem Bewertungs- und Zertifizierungsverfahren „Datacenter Star Audit“, nach dem seit zwei Jahren Rechenzentren auf „Herz und Nieren“ überprüft werden. „Durch die betreiberunabhängige Zertifizierung wollen wir sicherstellen, dass die kritische Infrastruktur für das Internet in Deutschland, aber auch unternehmenskritische Anwendungen so gut wie möglich gegen technische Störfälle, Naturkatastrophen und Angriffe aller Art geschützt sind“, erläutert eco-Geschäftsführer Harald A. Summa.

Objektive Beurteilung mit differenzierter Zertifizierung

Die Bewertung eines Rechenzentrums erfolgt sowohl auf Grundlage eines umfangreichen Fragenkatalogs (Request for Information) als auch auf Basis einer persönlichen Besichtigung des Datacenters durch den eingesetzten unabhängigen Sachverständigen (Auditor). Dabei werden insbesondere die Kategorien Gebäude, Personal, Prozesse und Technik anhand zahlreicher Prüfkriterien eingehend untersucht und bewertet. Bei der Bewertung der Kriterien sind die unabhängigen Auditoren eng an den von eco e.V. entwickelten Guide for Inspection gebunden, der festlegt, welche erbrachten Leistungen wie viele Punkte zugewiesen bekommen können.

Entsprechend der erreichten Punktzahl wird ein Datacenter als Ergebnis des Zertifizierungsverfahrens in eine der fünf DC Star-Kategorien eingeteilt, die Auskunft über Qualität und Umfang der angebotenen Leistungen geben (siehe Kasten). Dabei umfassen fünf Sterne die maximale Erfüllung der abgefragten Kriterien und ein Stern die Erfüllung der Mindestanforderungen.

Durch diese Anlehnung an das Hotelsterne-System sieht der eco-Verband die Akzeptanz und Verständlichkeit seines Audits gewährleistet. Denn ein Interessent nimmt nicht einfach wahr, dass ein Datacenter über ein Zertifikat verfügt, sondern er kann das Datacenter anhand der Sterneanzahl direkt in eine Qualitätsklasse einordnen. Für die Datacenter-Betreiber entsteht auf diese Weise außerdem eine Benchmark-Situation, die ihnen die Möglichkeit zum Vergleich mit der Konkurrenz und zur entsprechenden Erkennung und Behebung eigener Schwachstellen bietet.

„Nicht zuletzt auf Grund der professionellen Durchführung durch unabhängige Auditoren hat sich der eco Datacenter Star Audit inzwischen zu einem seriösen Qualitätsmerkmal entwickelt, nach dem bisher rund 20 Rechenzentren in Deutschland zertifiziert wurden“, betont eco-Geschäftsführer Summa. Eines davon ist das neue, besonders energieeffiziente Rechenzentrum von Host Europe in Köln.

Das für 18.000 Server ausgelegte Rechenzentrum mit einer Grundfläche von 2.500 Quadratmetern ließ Host Europe nach neuesten technologischen und ökologischen Gesichtspunkten errichten. Im Vergleich zu Rechenzentren herkömmlicher Bauweise hat dieses „grüne“ Datacenter, das seit Mai dieses Jahres in Betrieb ist, nach Angaben des Betreibers eine bis zu 30 Prozent höhere Energieeffizienz. Bei maximaler Serverauslastung sollen sich die höheren Investitionskosten in „klimafreundliche(re)“ Technologien bereits nach zwei Jahren amortisiert haben.

Dieser ökologische Gesichtspunkt war jedoch nicht entscheidend für die Zertifizierung des Rechenzentrums nach dem Datacenter Star Audit, sondern entsprechend hohe Sicherheits- und Qualitätsstandards – unter anderem beim Feuerschutz und bei der Zugangssicherung:

Feuerschutz

Durch ein Feuerfrühmeldesystem an Decke und Boden in Verbindung mit einer direkten Anbindung zur Feuerwehr inklusive einer Backup-Lösung sowie einer Brandmeldezentrale mit direkter Überwachung durch das Gebäudemanagement wird ein optimaler Feuerschutz sichergestellt.
Sollte es zu einer Rauchentwicklung oder gar einem Brand kommen, flutet die Feuerbekämpfungsanlage das Rechenzentrum vollständig mit dem Löschgas Argon, das die Serverhardware vor Schäden bewahrt.

Zugangssicherung und Kameraüberwachung

Personenbezogene Zutrittsüberwachung, Videokameras sowie Bewegungs- und Einbruchmelder, 24/7-Betrieb und -Überwachung (rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche) durch zertifizierte Spezialisten, redundante Speicherung der Zutrittsprotokolle sowie ein eigenes Vor-Ort-Sicherheitspersonal gewährleisten den Zutritt zum Rechenzentrum nur für autorisierte Personen und garantieren eine bestmögliche Sicherheit für Hardware und Daten. An der Eingangsschleuse zum Rechenzentrum findet eine ausführliche Personenüberprüfung und -identifikation statt. Ebenfalls wird ein Single-Point-of-Entry gewährleistet, das heißt der Zutritt zum Rechenzentrum ist ausschließlich über diese Schleuse möglich.

Weitere Leistungsmerkmalen sind:

- mehrfach redundante Glasfaser-Anbindungen
- vollklimatisierte Sicherheitsräume mit Schutz vor Gas, Wasser und Feuer
- unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) durch Notstrom-Diesel-Aggregate und Bleigel-Batterien
- aktive und präventive Brandschutzmaßnahmen
- umfassande Sicherheitskonzepte mit strengen Zugangskontrollen und Sicherheitskräften vor Ort sowie eine nahezu 100%ige Verfügbarkeit der gesamten Infrastruktur.

Bei den Kriterien Technik, Gebäude und Personal erfüllten die Kölner weitgehend die Maximalvorgaben des Datacenter Star Audits und erhielten dafür im Rahmen der eco-Zertifizierung als viertes Rechenzentrum deutschlandweit mit fünf Sternen die höchste Bewertung.

„Wir sind wirklich sehr stolz auf diese Auszeichnung“, meint Patrick Pulvermüller, Prokurist und Verantwortlicher für den Bau des Rechenzentrums bei Host Europe. “Wir haben uns als Qualitätsanbieter am Markt positioniert und die Zertifizierung unterstreicht eindeutig unseren Anspruch. Besonders auch in unserem Geschäftsbereich Managed Hosting werden objektiv überprüfbare Qualitätskriterien immer wichtiger für unsere Kunden, die uns die Verantwortung für Ihre geschäftskritischen Plattformen übertragen und sich daher zu 100% auf uns verlassen können müssen.“

Die eco-Prüfkriterien orientieren sich an den Marktbedürfnissen

Für die in Hürth bei Köln ansässige outbox AG ist die eco-Zertifizierung des Rechenzentrums ganz entscheidend für die Zusammenarbeit mit Host Europe. Das Telekommunikationsunternehmen bietet virtuelle Telefonanlagen sowie Business-VoIP-Lösungen und Servicerufnummern für Geschätskunden und Reseller an, die komplett bei Host Europe gehostet werden. „Als Telekommunikationsanbieter unterliegen wir dem TKG und werden auch von der Bundesnetzagentur überprüft.

Sicherheit ist deshalb für uns sehr wichtig. Denn wenn das RZ, über das unsere Dienste laufen, diese Standards nicht erfüllt, könnte uns das die Lizenz kosten. Für uns ist es daher sehr wichtig, das der RZ-Betreiber nicht nur sagt, dass er sicher ist, sondern das er diese Sicherheit auch "lebt" und dies durch unabhängige Dritte bestätigt wird“, erläutert outbox-Vorstand Mike Behrendt die Hintergründe. Das Geschäftsmodell des Service-Providers steht und fällt also mit einer möglichst sicheren Infrastruktur seines Geschäftspartners Host Europe.

Für Branchenkenner Behrendt ist die eco-Zertifizierung deshalb sehr aussagekräftig, weil sich der Verband der deutschen Internetwirtschaft im Gegensatz zu anderen Zertifizierern bei der Auswahl der Prüfkriterien sehr praxisnah an den Marktbedürfnissen orientiert – nämlich an den Fragen, die (potenzielle) Kunden wie er in seinen Ausschreibungen an die Datacenter richtet. Harald Summa weist schließlich noch auf ein weiteres Unterscheidungsmerkmal zu anderen Zertifikaten hin: „Als Verein stehen bei eco nicht wirtschaftliche Interessen im Vordergrund, sondern die Schaffung von Transparenz im DC-Markt als einem wichtigen Teilbereich der Internet-Infrastuktur“.


Hintergrund
Das Auditierungs- und Zertifizierungsverfahren des eco-Verbandes

Das Datacenter Star Audit berücksichtigt die ISO-Normen 27001 (in der Vergangenheit BS 7799-2, 20000 - ITIL, ITSM) und 9001. Die ISO-Norm 27001 ist seit 2006 identisch mit dem weltweit anerkannten British Standard 7799.Zertifiziert wird nach diesem Standard jedoch hauptsächlich das Management von IT-Sicherheit und nur in begrenztem Umfang konkrete technische Sicherheitsmaßnahmen. Deshalb baut das Auditierungsverfahren des eco-Verbandes nicht auf der Metrik dieser Normen auf, sondern verwendet eine eigene Metrik, die in Zusammenarbeit mit eco e.V. und verschiedenen Rechenzentrumsbetreibern entwickelt wurde. Im Datacenter Star Audit werden aus diesen Normen für den Rechenzentrumsbetrieb die wichtigsten Bestandteile abgefragt und geprüft. Kernprüfungen finden in den Bereichen Personal, Sicherheit, Gebäude, Technik, Prozesse statt. Im Gegensatz zu allen anderen Audits, bei denen nur ein Ja/Nein-Kriterium (Audit Bestanden oder nicht) ablesbar ist, wird im Rahmen von ‚DC Stars’ der Erfüllungsgrad der geprüften Kriterien in Abstufungen differenziert dargestellt und somit den RZ-Kunden transparent gemacht.Die Kriterien und Gewichtung des Datacenter Star Audits im Überblick:
- Gebäude: 25% (Brandschutz, Doppelboden, Security, ergänzende Kriterien)
- Prozesse: 20% (Raumzutritt, Regelbetrieb, Management, Katastrophenmanagement, zusätzlich angebotene Services)
- Personal: 20%(Qualifikation, Verfügbarkeit, Security, ergänzende Kriterien)
- Technik: 35% (Stromversorgung, Kühlung, Raumzutritt, Außenanbindung, Security, Luftfilterung, ergänzende Kriterien, zusätzlich angebotene Services)

Verband der deutschen Internetwirtschaft e.V.

Der eco e.V., im Juni 1995 als eingetragener Verein gegründet, ist der Verband der Internetwirtschaft in Deutschland. Die mehr als 300 Mitgliedsunternehmen beschäftigen über 200.000 Mitarbeiter und erwirtschaften einen Umsatz von ca. 40 Milliarden Euro jährlich. Im eco-Verband sind die rund 130 Backbones des deutschen Internet vertreten. Verbandsziel ist es, die kommerzielle Nutzung des Internet voranzutreiben, um die Position Deutschlands in der Internet-Ökonomie und damit den Wirtschaftsstandort Deutschland zu stärken. Der eco-Verband versteht sich als Interessenvertretung der deutschen Internetwirtschaft gegenüber der Politik, in Gesetzgebungsverfahren und in internationalen Gremien. Ein weiteres allgemeines Ziel des Verbandes ist es, die kommerzielle Nutzung des Internet voranzutreiben, um die Position Deutschlands in der globalen Internet-Ökonomie und damit den Wirtschaftsstandort Deutschland insgesamt zu stärken. Weitere Informationen unter www.eco.de

Host Europe GmbH
Die Host Europe GmbH entwickelt und vermarktet seit 1997  zuverlässige  und innovative Internet-Services für Privat- und Geschäftskunden in Deutschland,  Österreich und der Schweiz. Der Einsatz hochausfallsicherer Infrastruktur, Partnerschaften mit
kompetenzstarken Technologieunternehmen, ein  umfassendes Leistungsspektrum skalierbarer und hochwertiger Internet-Services sowie kundenorientierter Support zeichnen Host Europe als einen der führenden Internet-Hosting-Provider aus.Unter anderem wurde Host Europe mit Preisen des Verbandes der deutschen Internetwirtschaft eco  e.V. in der Kategorie „Bester Internet Hoster 2005“ und „Bester Hostinganbieter Geschäftskunden 2007“ ausgezeichnet.
Die Host Europe GmbH ist eine Tochtergesellschaft der am Neuen Markt Englands (AIM) notierten Aktiengesellschaft PIPEX Communications plc. PIPEX ist einer der führenden Internet-Service-Provider und DSL-Breitbandanbieter in England. Die Gruppe betreut heute mehr als eine Million Kunden und hostet über 2.000.000 Domains sowie über 10.000 dedicated/colocated Server in zehn eigenen Carrier-neutralen Rechenzentren in Deutschland und England. Weitere Informationen unter www.hosteurope.de

 


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