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| Frottee für Fiffi - Aus der Reihe: Kalifornische Kolumnen |
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Was hat es eigentlich mit diesen
schrecklichen Frotteeanzügen auf sich, in denen sich das
weibliche Geschlecht in Kalifornien auf die Straße traut? Hat
diese Frauen noch niemand darauf aufmerksam gemacht, dass sie total
lächerlich aussehen in ihren überdimensionierten
Babystramplern? Ich würde zu gerne hinter das Geheimnis kommen,
wie diese Frotteeanzüge, die ich noch nie auf einem Laufsteg
gesehen habe, die Großoffensive in die Damen Mode angelegt
haben. Da kann doch nur eine üble Schmiergeldaffäre eines
gescheiterten Modezaren dahinter stecken, oder?
Schlimm genug, dass die Frottee-Ensembles aus Frottee sind, aber müssen sie dazu noch in den Augenkrebs verursachenden Farben Apricot, Mintgrün, Blasslila und Babyrosa produziert werden? Das rüttelt bei mir warme Erinnerungen an Zeiten wach, als meine Oma mir als Fünfjähriges Gör einen Frotteeschlafanzug mit lustigen Bärchenfiguren verpasste. „Weil er doch so schön kuschelig ist und warm hält“, war damals das Argument. Als ob eine Bettdecke nicht dafür bestimmt wäre, Schlafende warm zu halten… Jedenfalls schließe ich das Argument „hält warm“ in Südkalifornien mal aus. Bei Temperaturen von knapp 30 Grad Celsius im August, kann der wärmende Effekt eines Frotteeanzugs nicht der Grund sein, warum sich tausende von Frauen dort in die flauschigen Liebestöter quetschen. Quetschen ist übrigens genau der richtige Ausdruck, denn diese furchtbaren Dinger werden grundsätzlich ein bis zwei Nummern zu klein gekauft. Eine Orangenhaut eines Elefantenoberschenkels in Kleidergröße 36 sieht einfach, entschuldigen Sie, - zum Kotzen aus. Was also ist das Geheimnis des Erfolges der trendigen Zweiteiler aus Frottee? Und jetzt sagen Sie bitte nicht: Es ist doch das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Na super! Ich finde, in diesem Fall geht die Freiheitsliebe ein wenig zu weit. Wer im Supermarkt auf Super Nannys in schlüpferblauen Frotteeanzügen trifft, die in ihrer Knappheit den Blick auf ebenso wenig charmante ausgewaschene Baumwollstrings preisgeben, wird laut nach der Modepolizei rufen. Und wer in der „Mall“, College Mädchen in froschgrüner Frottee-Garderobe entdeckt, die auf den Arschbacken mit der Aufschrift „I’m Your Queen“ bedruckt ist, wird sich zu Recht fragen: „Königin? In diesem Windel-Fummel?“ Den Fashion Faux Pas auf die Spitze getrieben hat eine Dame, die jüngst im schnittigen Cabrio hinter mir an der roten Ampel stand. Dieses offenbar betuchte Weibsbild, hat ihrem Fiffi, einem kleinem Jack Russel Terrier, das gleiche Outfit verpasst wie ihr selbst. Frauchen und Fiffi im Frottee Partnerlook!? Das geht gar nicht. Spätestens in diesem Moment wünschte ich mir die Fashion Police sehnlichst herbei, die der guten Dame doch noch mal kurz die modischen Stilregeln erklären sollte. Wo sind die Moderedakteurinnen der „Elles“, „Marie Claires“ und „Glamours“ in diesen Fällen? Liebe Redaktionen, es gibt dringend Aufklärungsbedarf. Irgendjemand muss den kalifornischen Weibern endlich mal aufs fettreduzierte Butterbrötchen schmieren, dass ihre Frotteeanzüge eben nicht mit Gucci Täschchen und Prada Sonnenbrillen harmonieren. Wenn nicht bald etwas passiert, werde ich dem nächsten Modeopfer den Frottee eigenhändig vom Leib reißen – und ich bin sicher, diese eher unelegante Heldentat zur Ehrenrettung der Damenmode findet sich spätestens dann in den Nachrichtenspalten der Hochglanzmagazine wieder.
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