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DuMont-Verlag plant Umbau
Geschrieben von Frische Presse Team    Dienstag, 21. Juli 2009
dumontDer Kölner DuMont-Verlag steht vor einer tief greifenden Umstrukturierung. Nach der Übernahme der Berliner Zeitung und der Hamburger Morgenpost will der Verlag seine Zeitungen (Kölner Stadt-Anzeiger, Express, Frankfurter Rundschau) enger miteinander verknüpfen. Das kündigte Konstantin Neven DuMont, 39, im Interview mit der Financial Times Deutschland (FTD) an. "Es kommt alles auf den Prüfstand", so der Verleger zu der Zeitung. Dabei könne es auch zu einem Stellenabbau in den Redaktionen kommen. Neven DuMont strebt vor allem eine enge inhaltliche Verknüpfung der einzelnen Blätter an. Über sogenannte Syndication-Pools können die Titel untereinander Texte austauschen. "Wir vereinheitlichen derzeit das Korrespondentennetz und planen, einen Reporterpool einzurichten", sagte Neven DuMont. So könnten Ressourcen freigesetzt werden, um mehr exklusive Geschichten zu recherchieren.
Eine gemeinsame Mantelredaktion für alle Abotitel, wie sie die WAZ-Gruppe im Ruhrgebiet eingeführt hat, schloss Neven DuMont aus: "Wir reden über Metropolenzeitungen an unterschiedlichen Standorten." Die Bedürfnisse der Leser seien zu unterschiedlich.
Derzeit beraten laut "FTD" 12 Arbeitsgruppen über die Integration der zugekauften Mecom-Titel in den Verlag. Auch eine Zentralisierung der Vermarktungsabteilungen sei angedacht. Weitere Zukäufe schließt Neven DuMont vorerst aus.
Für das laufende Geschäftsjahr erwartet Neven DuMont trotz Rezession schwarze Zahlen im Gesamtverlag. "Allerdings sind das keine großen Renditen." 2007 hatte MDS 626 Millionen Euro Umsatz und ein operatives Ergebnis (Ebit) von 23,4 Millionen Euro eingefahren. Zahlen für 2008 veröffentlicht das Familienunternehmen im September.
Zwar rechne er damit, dass weite Teile der verlorenen Anzeigenerlöse zurückkehrten, sobald die Konjunktur anziehe. Doch das alte Niveau sei nicht mehr erreichbar. "Die Branche wird sich daran gewöhnen müssen, mit kleineren Margen zufrieden zu sein. Aber was ist denn so schlimm daran?", so der Verleger. "Wir waren in der Vergangenheit so verwöhnt, dass man jetzt schon aufschreit, wenn die Renditen nur einstellig sind."
Künftig soll das Onlinegeschäft die sinkenden Einnahmen in der Print-Sparte kompensieren. Von den ursprünglich für 2013 erhofften 25 Prozent Umsatzanteil ist MDS aber weit entfernt. "Wir sind heute bei etwa zehn Prozent", sagte Neven DuMont.


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