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Kreditklemme, Investitionsbremse, Beschäftigungskrise. Dem Mittelstand geht langsam die Puste aus.
Geschrieben von Ralf E. Geiling    Donnerstag, 3. September 2009
Niemand weiß wirklich, was dem Aufschwung nachhaltig im Wege steht. Das trifft kleine und mittlere Betriebe besonders hart. So kommt eins zum andern: Hausbanken verhalten sich eher zögerlich bei der Vergabe von Überbrückungskrediten. Die Umsetzung kommunaler Projekte vor Ort wird nur schleppend auf den Weg gebracht. Gute Mitarbeiter gehen bereits verloren. Dem Mittelstand geht langsam die Puste aus.

Rund 40 Prozent der Betriebe - quer durch alle Wirtschaftsbereiche und Branchen - sind bereits von den Auswirkungen der gegenwärtigen Finanz- und Wirtschaftskrise betroffen. Die Bilanz: Rund vier von fünf der betroffenen Betriebe reagierten mit Einstellungsstopps. Knapp jedes fünfte Unternehmen nutzt die Möglichkeit der Kurzarbeit. Circa 20 Prozent der betroffenen Betriebe sehen einen notdürftigen Ausweg durch Kürzungen von Arbeitszeit oder Lohn.
Obwohl die Europäische Zentralbank (EZB) Ende Juni 2009 mehr als 442,2 Milliarden Euro Finanzmittel bereitgestellt hat, fließen Überbrückungskredite für laufende Geschäfte bislang nur zögerlich. Weggebrochene Aufträge und das Warten auf neue Aufträge aus den Fördermitteln für die Umsetzung des Konjunkturpakets II bei den kommunalbezogenen Investitionen schlagen sich immer mehr in den Bilanzen der Unternehmen nieder und belasten die Liquidität. Dadurch verschlechtert sich das Rating der Unternehmen bei der Bank, was den Kreditzugang für die Betriebe zusätzlich erschwert.

Die Deutsche Bundesbank hat EZB-Mittel in Milliardenhöhe an die Banken und Sparkassen weitergeleitet. Die Gelder sollen den Kreditinstituten neue Spielräume verschaffen und somit die Kreditvergabe erleichtern und den Unternehmen helfen, anstehende Krisensituationen besser bewältigen zu können. Doch haben die Betriebe Schwierigkeiten, Kredite durch die Hausbanken zu erhalten.

Betroffene Unternehmer bemängeln, dass sie von der Hausbank eiskalt abserviert wurden, wenn Sie keine ausreichenden Sichheitheiten nachweisen können, um beispielsweise Kredite bis zu 100 Prozent abzusichern. Damit stellt sich das Bewilligungsproblem insbesondere für Unternehmen und deren Mitarbeiter in der Gründungs- und Unternehmernachfolgerphase.

Bundeswirtschaftsminister Dr. Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) kann generell und flächendeckend noch keine Kreditklemme erkennen. Dennoch hat er die Finanzwirtschaft ermahnt, günstige Refinanzierungsmöglichkeiten zeitnah auch an die Kunden weiterzugeben.

Die mangelnde Weitergabe von Krediten an die Wirtschaft wird ebenfalls von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) kritisiert. Er sieht darin die Tendenz, dass die Banken die Liquidität vor allem im eigenen Handelsgeschäft und nicht in ihrem Kreditgeschäft nutzen wollen und fordert dazu auf, diese günstigen Konditionen auch an die Kunden weiterzugeben.

Mein Literatur-Tipp: In dem Ratgeber „Kompass Konjunkturhilfen – Wer bekommt, was, wann, wo?“ finden sich neben den Förderprogrammen der Öffentlichen Hand ebenso Hinweise auf die Informations- und Beratungsstellen der Bürgschafts- und Förderbanken des Bundes und der Länder sowie die Ansprechpartner bei den Kammern vor Ort. Leseprobe 



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