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| Kritisches Buch für kritische Bürger |
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Buchvorstellung: Meinungsmache von Albrecht Müller Als Journalist zählt das
kritische Beobachten, Recherchieren, Hinterfragen zum grundlegenden
Handwerkszeug. Ist das aber noch gewünscht? Wie steht es tatsächlich um den
kritischen Journalismus in Deutschland? Das im August bei Droemer erschienene Buch “Meinungsmache -
Wie Wirtschaft, Politik und Medien uns das Denken abgewöhnen wollen” des
Nationalökonomen Albrecht Müller beleuchtet die Rolle der Medien. Wie unabhängig sind unsere Medien noch? Haben die Konzentrationsbewegungen in der deutschen Medienlandschaft zu einer eindimensionalen Meinungsmacht geführt? Welche und wessen Interessen verfolgen die Meinungsmonopolisten? „Vier Konzerne dominieren mit 62,9 Prozent der gesamtverbreiteten Auflage den Zeitschriftenmarkt, fünf Verlagsgruppen beherrschen über 40 Prozent der Tageszeitungsauflagen und in über 60 Prozent der Städte und Kreise gibt es nur noch eine Regional- oder Lokalzeitung“, argumentiert Müller. Sein Urteil: Die Medien verschwinden als kritische Instanz. Die Einflussnahme ist allgegenwärtig. „Angesichts der Vorherrschaft der Meinungsmache kann von einer demokratischen Willensbildung, von demokratischen Entscheidungen in der Politik nur noch eingeschränkt die Rede sein. Der Einfluss auf die redaktionellen Teile von Zeitungen, Zeitschriften und elektronischen Medien kommt aus Quellen, die entweder an einer bestimmten politischen und ideologischen Linie interessiert sind oder kommerzielle Interessen verfolgen.“ „Wo bleiben die Wächter der Demokratie?”, fragt Müller. Eigentlich sollten die Medien doch “ein Leuchtfeuer der Meinungsfreiheit” sein. Stattdessen “erleben wir zunehmend, dass sie zum konstituierenden Element von Manipulation und Meinungsmache werden”. Wer die Bewegungen in der deutschen Medienlandschaft in den letzten Jahren kritisch beobachtet hat, wird bei der Lektüre des Buches schmerzlich bestätigt. Fazit: Auch wenn es weh tut. Das Buch ist Pflichtlektüre für alle Journalisten, die ihren Auftrag noch ernst nehmen. Albrecht Müller – Meinungsmache, Droemer Verlag - 448 Seiten - 19,80 € Zur Person: Albrecht Müller, geboren 1938, studierte Nationalökonomie und war Redenschreiber von Bundeswirtschaftsminister Karl Schiller. Von 1973 bis 1982 arbeitete er als Leiter der Planungsabteilung im Bundeskanzleramt bei Willy Brandt und Helmut Schmidt, von 1987 bis 1994 war er Mitglied des Deutschen Bundestages. Er lebt als Publizist in der Südpfalz und betreibt zusammen mit Wolfgang Lieb die politische Internetseite www.NachDenkSeiten.de. Weitere Bücher von ihm sind Machtwahn und Die Reformlüge. Aufgerufen: 601
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Als Journalist zählt das
kritische Beobachten, Recherchieren, Hinterfragen zum grundlegenden
Handwerkszeug. Ist das aber noch gewünscht? Wie steht es tatsächlich um den
kritischen Journalismus in Deutschland? Das im August 