| Presserat verzeichnet Beschwerde-Rekord |
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Beim
Deutschen Presserat gingen in diesem Jahr deutlich mehr Beschwerden wegen
Verstößen gegen den Pressekodex ein. Insgesamt gingen bis Oktober 2009 schon
mehr als 1000 Beschwerden ein. Für das gesamte Jahr rechnet das Selbstkontrollorgan der
Presse mit rund 1200 Eingaben. Im vergangenen Jahr gab es dagegen nur 729
Beschwerden.
Das Gremium führt den neuen Höchststand darauf zurück, dass
sich Mediennutzer seit Januar dieses Jahres auch über journalistische Beiträge
im Internet beschweren können. Zudem sei
es nun einfacher, eine Beschwerde einzureichen: Seit Anfang des Jahres ist dies
auch online möglich. Die meisten Beschwerden gab es wegen der Verletzung der Sorgfaltspflicht und der Persönlichkeitsrechte. Nach der Berichterstattung über den Amoklauf von Winnenden und Wendlingen im März gab es 79 Beschwerden, die 50 Veröffentlichungen betrafen. Dabei ging es vor allem um die Darstellung der Opfer und die Heroisierung des Täters. In drei Fällen seien Rügen ausgesprochen worden, eine gegen die "Bild"-Zeitung wegen der Darstellung des Täters mit fiktiver Waffe und Kampfanzug sowie zwei gegen "Bild online". Der Pressekodex verbietet die unangemessene sensationelle Darstellung von Gewalt, die Vermischung von Werbung und journalistischen Beiträgen und die Diskriminierung einzelner Gruppen. Wirksame Strafen allerdings kann der Presserat nicht verhängen. Seine schärfste Waffe ist die öffentliche Rüge, die dann, so sieht es die Selbstverpflichtung der Presse vor, von der gerügten Zeitung abgedruckt werden sollte. Durchsetzen kann der Presserat dies jedoch nicht. Auch die Beschwerden über Schleichwerbung stiegen an. Während es 2008 insgesamt 40 Beschwerden gab, sind es 2009 bereits 46 gewesen. Der Presserat hat hierzu einen Leitfaden veröffentlicht, der Journalisten eine Orientierung geben soll, etwa wie Werbung kenntlich gemacht werden muss. |