| VDZ: Print-Verlage müssen mit massiven Einbußen rechnen |
| Wenig überraschend bestätigt eine neue Studie der Unternehmensberatung Booz & Company, dass Zeitschriftenverlage mit weiterhin schleppenden Geschäften und massiven Einbußen rechnen müssen. In den nächsten sechs Jahren werde das klassische Geschäft Jahr für Jahr um vier Prozent zurückgehen, sagen die Analysten und Urheber der Studie, die während den Zeitschriftentagen des deutschen Verlegerverbandes VDZ vorgestellt wurde. Laut Booz & Company wird der Gesamtumsatz der Verlage ab 2015 mit 2,9 Milliarden Euro gut 700 Millionen Euro unter dem Umsatz aus dem Jahr 2008 liegen, den größten Anteil daran hat der Schwund bei den Anzeigen. Doch auch die Erlöse durch den Verkauf der Blätter am Kiosk oder per Abo sollen demnach um circa 200 Millionen Euro einknicken. Vizepräsident von Booz & Company Gregor Vogelsang erklärte, dass Zeitschriftenverleger manfangen müssten, heilige Kühe in Ihrem Portfolio zu schlachten und nur solche Zeitschriften im Portfolio halten sollten, die in ihrem Segment in Top-Marktpositionen liegen. Neben der Bearbeitung der Kostenseite fordert der Berater eine Stärkung des Kerngeschäftes. Verlage müssten Mehrwerte ihrer Inhalte gegen Bezahlung anbieten, Auftritte im Netz für Unternehmen organisieren, Modelle für Applikationen entwickeln. Bezahlinhalte würden kein Riesengeschäft, seien aber bedenkenswert. Es genüge allerdings nicht, einfach eine Schranke vor die bislang kostenlosen Angebote zu bauen. Eine Expansion in verlagsfremde Aktivitäten sei ein Fehler. Ein weiterer Fehler sei die Annahme, man könne Erfolg im Zeitschriftengeschäft in der digitalen Welt einfach kopieren. Zielgruppen seien unterschiedlich, Inhalte müssten anders präsentiert werden, nicht jede Marke ließe sich eins zu eins transferieren, und von Technik hätten Verlage letztlich keine Ahnung. Statt auf Technik müsse man auf Talente setzen. |